Entdeckungen in der Ostsee - Auf Tauchexpedition um die Insel Rügen

In der Ausstellung wird ein Kooperationsprojekt zwischen archaeomare e.V. - Institut für marine und maritime Forschung und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund vorgestellt.

Seit 2008 erkunden und untersuchen die Forschungs- und Sporttaucher beider Institutionen die marinen Ökosysteme in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern. Der Fokus der Untersuchungen lag auf der Dokumentation der Gewässer um die Insel Rügen. Ziel der Tauchexpedition war es die verschiedenartigen Lebensräume mit moderner Kameratechnik zu dokumentieren. Mit dem entstandenen Bild- und Filmmaterial wird die schützenswerte Unterwasserflora und -fauna dargestellt.

Darüber hinaus wurden durch die Taucher teilweise wenig bekannte geologische Besonderheiten wie die Kreideriffe vor Arkona und dem Königsstuhl, Torfbänke, unterseeische Steinfelder und ausgedehnte Sandflächen erfasst. Aber auch die Dokumentation von Schiffswracks als Lebensräume und als historische Sachzeugnisse nahmen in dem Projekt einen wesentlichen Bestandteil ein.

Bei ihren Einsätzen stießen die Unterwasserforscher auch vielfach auf Umweltprobleme. In separaten Projekten machten die Taucher auf die Geisternetze aufmerksam; Fischernetze, die teilweise vor vielen Jahrzehnten verloren gingen und als Müll und Falle für Fische, Seevögel und marine Säuger die Ostsee auch noch heute stark belasten. Ein anderes Problem sind Köder und andere Hinterlassenschaften der Freizeitfischerei, die durch einen starken Anstieg des Angeltourismus auch zunehmend die Ostsee verschmutzen.

Die Tauchuntersuchungen wurden umfangreich durch das Nationalparkamt Vorpommern und das Umweltbundesamt unterstützt. Eine mehrfache Förderung des in ehrenamtlicher Tätigkeit durchgeführten Dokumentationsprojektes erfolgte durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung mit Mitteln von Bingo! Die Umweltlotterie.

Auf über 50 großformatigen Unterwasserfotos, mit einem für die Ausstellung produzierten Film und mit vier gestalteten Vitrinen wird vom 1. November 2018 bis zum 31. März 2019 von den Entdeckungen in der Ostsee berichtet. Die Ausstellung kann innerhalb der Öffnungszeiten kostenfrei besucht werden.


Untersuchung eines Strandungswracks nördlich von Rügen. Im Sommer kann die Unterwassersicht durch Algen eingeschränkt sein. Foto: Roland Obst ©archaeomare e.V. Stralsund

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